Manuelle Therapie

Die Manuelle Therapie ist eine gezielte, gelenkschonende und meist schmerzfreie Behandlungstechnik, die mit speziellen Handgriffen durchgeführt wird.

Manuelle Therapie

Definition:

Von Therapeuten durchgeführter Teil der manuellen Medizin auf der Grundlage der Biomechanik und Reflexlehre zur Behandlung von Dysfunktionen der Bewegungsorgane mit reflektorischen Auswirkungen. Sie beinhaltet aktive und passive Dehnung verkürzter muskulärer und neuraler Strukturen. Kräftigung der abgeschwächten Antagonisten und Gelenkmobilisationen durch translatorische Gelenkmobilisationen. Anwendung einer gezielten impulslosen Mobilisation oder von Weichteiltechniken. Die manuelle Therapie enthält keine passiven Manipulationstechniken von blockierten Gelenkstrukturen an der Wirbelsäule.

Therapeutische Wirkung:
  • Gelenkmobilisation durch Traktion oder Gleitmobilisation
  • Wirkung auf Muskulatur, Bindegewebe und neurale Strukturen
  • Kräftigung abgeschwächter Muskulatur
  • Wirkung auf Gelenkrezeptoren, Sehnen- und Muskelrezeptoren durch Hemmung oder Bahnung
Schädigungen/Funktionsstörungen:
  • Gelenkfunktionsstörungen, reversibel (sogenannte Blockierung), Hypomobilität, Hypermobilität mit und ohne Schmerzen
  • Segmentale Bewegungsstörung der Wirbelsäule durch Muskelverkürzungen, Sehnenverkürzungen, Muskelinsuffizienz, - dysbalance, -verkürzung
  • Schmerzen
  • Neural bedingte Muskelschwäche bei peripheren Nervenkompressionen
Therapieziel:

Wiederherstellung der physiologischen Gelenkfunktion
Wiederherstellung der physiologischen Muskelfunktion
Schmerzlinderung bei arthrogenen, muskulären und neuralen Störungen

Leistung:

Behandlung aufgrund einer manualtherapeutischen Diagnostik nach einem individuellen manualtherapeutischen Behandlungsplan
Schulung in speziellen Gelenk- und Muskelübungen

Triggerpunktbehandlung

Die myofasziale Triggerpunkttherapie beschäftigt sich mit der Behandlung von Schmerzen, die aus der Muskulatur kommen, den sogenannten myofaszialen Schmerzsyndromen, welche chronische Beschwerden verursachen können. Die myofasziale Triggerpunkttherapie basiert auf den Erkenntnissen von Janet G. Travell und David G. Simons. Die beiden Autoren haben mit dem "Handbuch der Muskeltriggerpunkte" das Standardwerk zu diesem Thema verfasst.

Chronische Überlastung oder direkte Traumen der betroffenen Muskelstrukturen sind häufig Ursache für ein myofasziales Schmerzsyndrom. Diese provozieren eine Funktionsstörung des Bindegliedes zwischen Nerven und Muskulatur, der motorischen Endplatte. Dort entstehen extrem empfindliche Zonen. Diese lokalen Schmerzpunkte, die sogenannten myofaszialen Triggerpunkte, sind in einem Hartspannstrang der Skelettmuskulatur meist leicht zu tasten. Ihre mechanische Reizung führt oft zu einem Übertragungsschmerz in entfernten Körperregionen, der sogenannte referred pain.

Durch eine geeignete Therapie lässt sich diese Pathologie auch nach langer Zeit beseitigen. Als geeignete Behandlungsmethoden haben sich Muskel- und Bindegewebstechniken, wie Release- und Dehntechniken aber auch die Triggerpunktakupunktur von B. Dejung aus der Schweiz sowie K. Lewits und V. Jandas, erwiesen. Das myofasziale Schmerzsyndrom ist nicht mit der Fibromyalgie zu verwechseln. Beide Erkrankungen können klar voneinander abgegrenzt werden. Sehr häufig sind myofasziale Triggerpunkte die Ursache für Gelenkschmerzen wie beispielsweise der sogenannte Tennisarm, Schulter- und Nackenschmerzen aber auch Knie- und Fußschmerzen.

Propriozeptive neuromuskuläre Fascilitation

Definition:

erweiterte Übungstechnik der Komplexbewegung (auch als selbstgesteuerte neuromuskuläre Förderung bezeichnet).

Wirkung:

Durch Gesamtbewegungen in durchlaufenden synergistischen Muskelgruppen (immer auch unter Nutzung einer rotierenden Komponente) und durch Summation unterschwelliger Einzelreize an Muskel- und Gelenkrezeptoren wird maximale Stimulation des Motoneurons bewirkt. Dadurch werden unter anderem Muskelkräftigung, Verbesserung der Koordination, Durchblutungsförderung, Schmerzlinderung, Vergrößerung des Bewegungsraumes erreicht.

Indikationen:

Paresen (schlaff und spastisch), Schmerzen, Durchblutungsstörungen, Muskelschwäche, Koordinationsstörungen, fast alle Erkrankungen bei denen Bewegungstherapie indiziert ist.

Kontraindikationen:

Bewegungstherapie, Frakturen, Operationen, Gelenksituationen, und Osteosynthesen, denen eine rotierende Bewegungskomponente schaden könnte.

Durchführung:

Als Afferenzquellen werden therapeutisch genutzt:

  • Vordehnung zur Nutzung eines Dehnreflexes
  • diagonal-spiralige Komplexbewegungen in adäquater Muskelaktionsfolge
  • maximaler (optimaler) Widerstand, der ein Impulsüberfließen vom starken zum schwächeren Muskel bewirken soll
  • Wechselbeeinflussung von Agonist-Antagonist im Sinne der reziproken Innervation
  • Dehnung, Zug und Druck als Anreiz für Muskel- und Gelenkrezeptoren. Je nach Behandlungsgesichtspunkt ist eine spezielle PNF-Technik zu wählen.
  • Zur Durchblutungsförderung und Muskelmantelspannung: Rhythmische Stabilisation
  • Zur Schaffung eines Muskelgleichgewichts: Technik der betonten Muskelaktionsfolge und Technik der langsamen Umkehr
  • Zum Trainieren geschwächter Muskeln in Kraft und Ausdauer: Technik der wiederholten Kontraktionen und Technik mit Betonung der Drehpunkte
  • Zur Regeneration nach Inaktivitäts- und Lähmungsatrophien: Maximale isometrische Anspannung des kräftigsten Körperteils mit rhythmischer Dehnsimulation eines sich kontrahierenden schwachen Muskels verbunden
  • Zur Schmerzbehandlung: den kräftigsten Körperteil maximal isotonisch oder isometrisch anspannen lassen, um durch Irradiation eine Kräftigung oder Entspannung im Schmerzgebiet zu erhalten
  • Zur Vergrößerung des Bewegungsraumes: rhythmische Stabilisation von Agonist und Antagonist an der Schmerzgrenze ohne eine Gelenkbewegung und unter Ausnutzung der reziproken Entspannung
  • Zur Kontrakturbehandlung: langsame Umkehr: halten, entspannen, aktiv weiterziehen!

Propriozeptives muskuläres Training im Space Curl

Der Space Curl wird auch Aerotrim genannt und ist ein Trainings- und Therapiegerät, in dem der Patient aufrecht steht, an den Füßen und am Becken gesichert wird und sich durch eigene Bewegung oder Gewichtsverlagerung nach vorn, hinten und zu den Seiten neigen kann. Es erinnert beim ersten Hinsehen vielleicht ein wenig an ein Rhönrad.

In der Physiotherapie wird der Space Curl für das Training der Rückenmuskulatur oder bei neurologischen Erkrankungen eingesetzt. Die Bewegung darin soll die Muskulatur kräftigen, die Körperwahrnehmung und die Koordination verbessern.

 
 
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Termine

  • 26 September 2017
    Kreativ-Gruppe in der Ergotherapie Schöneberg, Di 11:00
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  • 28 September 2017
    Kreativ-Gruppe in der Ergotherapie Schöneberg, Do 11:00
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  • 28 September 2017
    Seniorensport der Physiotherapie Schöneberg, Do 12:00
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