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Der Immanuel Adventskalender

Wir begleiten Sie durch den Advent – klicken Sie einfach jeden Tag auf ein Türchen. In diesem Jahr warten viele sehr persönliche Geschichten und Gedanken auf Sie - und ein puscheliges Wiedersehen.

Na, wer wird denn schon so neugierig sein?

1. Dezember: Nur ein Wort

Wir neigen dazu, immer den anderen die Schuld zuschieben oder nach einfachen Lösungen suchen. Und doch stehen wir vor diesen großen Problemen, den großen Zusammenhängen und fragen uns, fast resigniert: Was kann ich schon dagegen tun?

Am 1. Dezember 1955 fing eine weltweite Veränderung an. Nur mit einem „Nein“ ging es los. Dazu ist jeder Mensch in der Lage – von klein auf: „Nein, ich will nicht“. Es war damals noch nicht einmal ein revolutionäres Nein. Es war nur ein müdes Nein. Ein „Ich kann nicht mehr“. Um was ging es? Aufstehen in einem Bus. Platz machen für einen Weißen. Rosa Parks hieß die Dame. Das ist gerade einmal 61 Jahre her. Und dann gab es einen 25Jährigen Baptisten-Pastor. Auch der sagte „Nein“ – er fuhr einfach eben mal nicht mit dem Bus.

Ein paar andere tun sich zusammen und sagen, dieses Nein bestätigen wir. Und Martin Luther King setzt sich auch mit dafür ein. Sie haben lange durchgehalten, über ein Jahr. Und dann gab es eine Veränderung. Die Restriktionen wurden aufgehoben und die Bürgerrechtsbewegung kam in Gang. Und knapp 60 Jahre später gibt es einen schwarzen Präsidenten.

Es ist keine gute Geschichte, keine einfache Geschichte, es gab viel Leid und Qualen – aber ich bin mir sicher, ohne dieses kleine „Nein“ einer kleinen unscheinbaren Frau in einem Bus, wäre ein afro-amerikanischer Präsident nie möglich geworden. Da kann man sehen, was so eine kleine Sache ausmachen kann. Dass an einer entscheidenden Stelle ein richtiges Wort, eine richtige Tat eine gewaltige Bewegung in Gang setzen kann.

(Michael Noss, Pastor der baptisten.schöneberg)

 

2. Dezember: Urlaubsgruß

 
Postkarte vom Immanuel Maskottchen Fridolin

3. Dezember: Fotoalben

Die gefrorene Ostsee im  Winter 1995
Wie wär's, wenn Sie heute mal die alten Fotoalben aus dem Schrank holen?

(Elisabeth Wittnebel, Immanuel Diakonie)

 

4. Dezember: Seht auf!

Einfach still sein...

Ich war in letzter Zeit in vielen Einrichtungen der Immanuel Diakonie zu Schulungen unterwegs. Es geht meistens um Kommunikation in Konflikten und wie ich selbst bei Kräften bleibe, wie ich aufmerksam sein kann und vorbereitet bin. Ein kurzer Satz einer Kollegin ist mir sehr ins Herz gefallen. Sie sagte, nachdem wir überlegt hatten, wie man mit einem unruhigen Menschen sprechen könnte: „…und dann einfach still sein und es wirken lassen!“

Wir wussten alle sofort, was sie meinte

Und Recht hat sie! Dieser Satz war so etwas wie eine Erlösung aus dem konzentrierten Suchen nach dem, was (unbedingt) gelingen soll. Zu groß ist die Versuchung noch mehr Worte zu finden, noch mehr zu tun. Ich liebe Wörter und auch die Tat, keine Frage. Aber gebe ich ihnen genug Zeit zu wirken? Gebe ich den Menschen genug Zeit die Wirkung zu spüren?

Das finde ich an Luthers Wort ermutigend:

diese Gewissheit, dass sich der Trost und die Freude, die in der guten Nachricht von Weihnachten liegen, einstellen werden. Einfach still sein und es wirken lassen! Ich wünsche uns, dass wir so im Advent sein können: mit aufrechtem Gang und Blick auf den Frieden Gottes und voller Vertrauen auf die Wirkung. Das wird uns ruhig und auch kreativ machen, um heraus zu finden, was in dieser Welt zu tun und zu lassen ist.

(Andrea Bogdan, Immanuel Diakonie)

5. Dezember: Mit allen Sinnen

Und eines hätte ich beinahe vergessen…ich freue mich jedes Jahr darauf am 1. Advent im Gottesdienst „Macht hoch die Tür die Tor macht weit“ zu singen:

Macht hoch die Tür, die Tor macht weit;
es kommt der Herr der Herrlichkeit,
ein König aller Königreich,
ein Heiland aller Welt zugleich,
der Heil und Leben mit sich bringt;
derhalben jauchzt, mit Freuden singt:
Gelobet sei mein Gott,
mein Schöpfer reich von Rat.

Ich wünsche Ihnen nun eine gesegnete Adventszeit mit allen Sinnen!

(Pastorin Vera Kolbe,
Klinikseelsorgerin in der Immanuel Klinik Rüdersdorf)

6. Dezember: Urlaubsgruß

 
Fridolin das Maskottchen der Immanuel Diakonie in den Krakauer Tuchhallen

7. Dezember: Eine sichere Sache

 
Weihnachtsgedeck
„Das war schon so, als ich klein war“

ergeben Nachforschungen. Akzeptiert. Weil die „Weihnachtsbratwurst“ einfach die beste des Jahres ist. Und, weil in unruhigen Zeiten ein wenig Beständigkeit guttut. Und, weil es gerade so viele Fragen gibt, auf die wir keine oder gar alarmierende Antworten erhalten. In diesen Momenten denke ich an die nahende Weihnachtszeit und weiß, dass ich mir einer Sache sicher sein kann.

(Caroline Lehnigk, Immanuel Diakonie)

8. Dezember: Friedensgebet

Regenbogen

9. Dezember: Alle Jahre wieder...

Menschen im weihnachtlichen Kaufhaus
 

10. Dezember: Der Wirt oder der Engel, der nicht vorkommt

So, dass der Wirt nicht mehr aus seiner Bude raus gekommen wäre.

Der hätte dann geschimpft und auch geklopft, gehämmert, gerufen und gepfiffen – aber das hätte ihm alles nix geholfen.

Bis er dann das Lachen des Babys gehört hätte,

nach oben gestürmt wäre, die Treppe raufgepoltert, die Tür aufgerissen und wie angewurzelt auf der Schwelle stehen geblieben wäre. Und dann hätte er erst Mal geschimpft: Raus hier! Lumpengesindel, Obdachlose, Schmarotzer, Scheinasylanten, Flüchtlinge, Bettlerpack!
Aber dann hätte ihm Maria das Kind in die Arme gelegt und sein Herz wäre geschmolzen. Wie ein Schokoladen-Nikolaus in der Mittagssonne.

Und seit der Zeit hätte der Wirt die Tür zu seinem Haus immer offen stehen gelassen. Sicher auch aus Angst, selber irgendwann Mal wieder nicht mehr raus zu kommen. Aber vor allem, weil er jetzt so gerne Gäste hatte! Und ganz oft waren darunter auch Bettler, Mittellose, Notleidende, arme Obdachlose und Geflüchtete. Und der Wirt hätte ein neues Lieblingslied gehabt, das da so geht: „Macht hoch, die Tür, das Tor macht weit, es kommt doch der Herr der Herrlichkeit.“

Und er hätte auch die letzte Strophe gesungen:

„Komm, oh mein Heiland, Jesus Christ,
meins Herzens Tür dir offen ist!
Ach, zieh mit deiner Gnade ein
– ich hab dir dein Bett schon mit Teddybärenbettwäsche bezogen.“

(© Christina Brudereck), mit freundlicher Genehmigung der Autorin

 

11. Dezember: Die Nacht ist vorgedrungen

Morgengrauen.

Ein Tag bricht an. Ein vor uns liegender Gestaltungsraum, etwas Unbelastetes. Wir haben eine neue Möglichkeit, die Dinge anzugehen. Advent heißt nicht einfach nur warten, Advent heißt auch gestalten. Eine einzelne kleine Kerze – das ist nicht viel. Aber sie ist ein Symbol, dass mitten in der Finsternis ein Licht leuchtet. Und wenn man sie in einem dunklen Raum entzündet, merkt man wie viel Leuchtkraft doch von solch einer kleinen Kerze ausgeht.

Genau das ist mit der Kerze und mit Advent gemeint:

Wir lassen uns von der Dunkelheit nicht besiegen. Wir haben eine Hoffnung und diese Hoffnung trägt uns durch. Und mitten in diesem Licht ist der kommende Gott. Gott ist im Kommen. Und diesen Gedanken sollten wir nicht aufgeben. Mit dieser Hoffnung ist alles Dunkel immer nur vorläufig und wird mich letztlich nicht umfangen. Auch mit dieser Hoffnung ist jede bedrohliche Situation bedrohlich – aber sie behält nicht das letzte Wort. Und was heißt das nun konkret für unser Leben?

Eine kleine chassidische Geschichte soll es zeigen:

„Zwei Rabbiner unterhalten sich darüber, wann denn das Morgengrauen beginne und der Tag angebrochen sei. Der eine meint, wenn man einen schwarzen von einem weißen Faden unterscheiden kann. Der andere erwidert: Der Tag ist angebrochen, wenn Du im Gesicht des Menschen neben Dir deinen Nächsten erkennen kannst.“ Wie oft diskutieren wir darüber: nur wenn Du so oder so bist, gehörst Du dazu. Nur wenn Du Dich so oder so verhältst, bist Du hier richtig. Nur wenn Du dies oder das tust, darfst Du bleiben. Der Tag bricht an, wo ich im Gegenüber meinen Bruder und meine Schwester erkenne und wo ich feststelle, dass das, was uns miteinander verbindet, die Liebe ist, die von Gott kommt.

(Michael Noss, Pastor der baptisten.schöneberg)

 

12. Dezember: Urlaubsgruß

 
Fridolin das Maskotten der Immanuel Diakonie in Südtirol

13. Dezember: Stellen Sie sich vor

Zwei Schatten unterhalten sich

14. Dezember: Das Märchen von der Halle der Welt

Eine Kerze erhellt das Dunkel

Mögen Ihnen viele „Kerzen“ entzündet werden und mögen Sie viele für Ihre Mitmenschen anstecken.

(Pastorin Vera Kolbe,
Klinikseelsorgerin an der Immanuel Klinik Rüdersdorf

 

15. Dezember: Der Weg von meiner Wohnung

Menschen auf einer Berliner Straße
 

16. Dezember: Urlaubsgruß

 
Fridolin das Maskottchen der Immanuel Diakonie auf dem Kronplatz

17. Dezember: Wassil - Teil 1

Ich drehe mich um und sehe, dass ein älterer Mann mit abgewetzter Kleidung nur wenige Meter neben mir an die Mauer uriniert. Auch das noch. Das ist mir jetzt echt zu viel. Gleichzeitig erinnere ich mich, wie ich selbst vor Kurzem im Urlaub weit und breit keine Toilette finden konnte. Das große Bedürfnis, die Notdurft in Würde und abgeschirmt zu verrichten. Ich sehe jetzt einen verletzbaren Menschen vor mir, an dessen Würde das Leben kratzt, den niemand sehen will. „Was ihr dem geringsten meiner Brüder getan habt, das habt ihr mir getan“ sagt Jesus in Matthäus Kapitel 25.

Der Mann ist fertig und dreht sich um. Sein zotteliger Bart, der fast zahnlose Mund, das müde Gesicht – ich blicke ihm fest in die braunen Augen. Er lächelt. „Wie geht’s?“, fragt er mit starkem Akzent. „Gut. Und dir?“, frage ich zurück. Mit ein paar Brocken Deutsch erzählt er, dass er aus Rumänien kommt, keine Arbeit und keine Wohnung hat und im Park schläft.

Seine Frau ist „kaputt“, seit drei Jahren. Seine Augen füllen sich mit Tränen. „Wie heißt du?“, frage ich. „Wassil.“ Er streckt mir seine rechte Hand hin. Ich schüttele sie. Das war’s, er ist kein Fremder mehr, der mir egal sein kann. Wir reden noch ein wenig, ich gebe ihm etwas Geld und verspreche: „Ich komme wieder.“

Ein paar Wochen lang renne ich morgens auf dem Weg zur Bahn an ihm vorbei, reiche ihm kurz die Hand, die er küsst und an seine Wange hält. Es stört mich nicht im geringsten, auch an Tagen, an denen er deutlich ungewaschen riecht. Abends habe ich ein paar Minuten zum Sprechen, lerne seinen jüngeren Freund Constantin kennen, auch er küsst mir die Hand zur Begrüßung. Ah, das ist wohl eine rumänische Sitte.

Eines Tages sitzt Wassil im Rollstuhl… Fortsetzung folgt...

 

18. Dezember: Wassil - Teil 2

Weihnachtsbaumschmuck

Natürlich? Ich kenne seinen Namen, habe die Hoffnung in seinen Augen gesehen, dass ich vielleicht die ersehnte Hilfe bin. Aber was kann ich schon tun, was geben außer warmen Worten, alten Klamotten, meinen Gebeten und einem schlechten Gewissen? Bestimmt mehr. Es ist Advent. Ich denke an Jesus, der auch kein Zuhause hatte und darauf angewiesen war, dass Menschen ihn aufnehmen. „Was du dem geringsten meiner Brüder getan hast, das hast du mir getan.“

Ich bete, dass auch für Wassil Weihnachten werden kann und ich meinen kleinen Teil dazu beitragen werde. Ich bete, dass wir alle Wege finden, unsere geringsten Brüder und Schwestern in unserer Mitte aufzunehmen.

(Jenny Jörgensen, Immanuel Diakonie )

 

19. Dezember: Fenster

Ein erleuchtetes Fenster
 

20. Dezember: Die Botschaft von Weihnachten

Christbaum mit Lichterschmuck
 

21. Dezember: Geburtstagsfeier in Lichtenberg

Viele Gäste kennen sich untereinander noch nicht - peinliches Schweigen? Keine Spur! Eine Deutsche und ein Tscheche fachsimpeln auf Polnisch über Spiegelreflexkameras. Die Französin unterhält sich mit der Polin auf Deutsch über die schwierige Wohnungssuche in Berlin. Ein griechischer Elektromusiker und ein türkischer Rock-Fan diskutieren auf Englisch die Playlist mit den 80er Jahre Hits. Die einen erzählen von der anstrengenden Arbeit, die anderen von der mühsamen Arbeitssuche. Ein Frauenpärchen aus Frankreich tanzt den „Locomotion“, bei „Major Tom“ singen die Polinnen am lautesten mit. Wir schwelgen gemeinsam in Erinnerungen - zu Michael Jackson, Madonna und Co. haben in der Schulzeit doch alle getanzt, und die Geschichten ähneln sich vom Atlantik bis an den Bosporus.

Um Mitternacht singen wir dem Geburtstagskind ein Ständchen – eines? Wir singen in allen Muttersprachen aller anwesenden Gäste. Wir stehen im Kreis, es erklingen „Sto lat“, „Alles Gute für Dich“ und „Joyeux anniversaire“, „Happy Birthday“ im Original und in Versionen auf Tschechisch, Griechisch und Türkisch. Niemand hat vorher überlegt, ob der türkische Gast vielleicht Muslim ist, und falls, ob er überhaupt Geburtstage feiert, und falls, ob er überhaupt ein Geburtstagslied kennt… niemand hat überlegt, niemand macht sich einen Kopf. Alle singen zusammen, alle feiern zusammen. Es ist ein Fest – völlig unkompliziert, ungezwungen, fröhlich und offen.

Ich ertappe mich bei dem Gedanken: es kann so einfach sein. Warum sollte das nicht auf einer größeren Skala klappen, auch außerhalb dieses Wohnzimmers, in Europa, in der Welt? Denn da ist weder Frau noch Mann, weder Katholik noch Muslim, weder Protestant noch Atheist, weder Homo noch Hetero, weder Angestellter noch Hartz-4-Empfänger, weder Inländer noch Ausländer, sondern wir sind alle eines: Menschen.

(Susanne Klebba, Immanuel Diakonie)

 

22. Dezember: Irischer Weihnachtssegen

Sonnenstrahlen im verschneiten Wald
 

23. Dezember: Weihnachtsgruß

 
Fridolin das Maskottchen der Immanuel Diakonie wünscht Frohe Weihnachten

24. Dezember: Besuch an der Krippe

Roter Weihnachtsstern
Wir wünschen Ihnen, Ihren Familien und den Menschen, die zu Ihnen gehören, ein friedvolles Weihnachtsfest und ein gutes, gesegnetes und lebenswertes Jahr 2017.

(Udo Schmidt mit allen Geschäftsleitungen der Immanuel Diakonie Gesellschaften)

 
 
 
 
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